Die Geschichte begann im Frühjahr 1980. Neville Trickett, ein herausragender Designer bei der britischen Firma GP (Grand Performance), träumte von einem eigenen Entwurf eines Klassikers im Stil der glamourösen 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Es dauerte ca. ein halbes Jahr, bis der erste Prototyp vorgestellt wurde. Er wurde ein Riesenerfolg. Bis 1988 wurden insgesamt etwa 60 Madison Roadster gefertigt.
Diese Fahrzeuge waren überwiegend Kit-Cars, die auf dem Fahrgestell des Volkswagen Käfers basierten und als Retro-Roadster im Stil der 1930er Jahre entworfen wurden. Der GP Madison war in den 1980er Jahren populär und wurde zunächst als Baukastensystem, als sogenanntes Kit-Car angeboten, sodass die Besitzer den Großteil des Fahrzeugs selbst zusammenbauen konnten.
Von dieser ohnehin nicht allzu großen Auflage existiert eine noch exklusivere Serie: nur etwa 14 Exemplare wurden mit Komponenten von Ford gefertigt, was sie zu einer wahren Rarität unter Sammlern macht. Modelle mit dem Antriebsstrang des Ford Cortina, die auf einem speziell entwickelten Leiterrahmen basierten, sind begehrt. Für den Ford-basierten Roadster musste eigens eine in Länge und Breite größere Karosserie entwickelt werden, um die kraftvolle Technik zu integrieren – eine Anpassung, die dem Fahrzeug zu noch harmonischeren Proportionen verhalf.
Modelle mit Ford Pinto-Motoren sind eine noch größere Seltenheit, da diese ausschließlich als Linkslenker für den US-Markt gefertigt wurden.
Das genaue Verhältnis von Cortina- oder Pinto-Varianten ist nicht dokumentiert.
In späteren Jahren wurden - auf Kosten der Originalität - einige dieser Roadster mit stärkeren Ford Sierra-Motoren modifiziert.
Diese insgesamt sehr geringe Stückzahl macht die original erhaltenen Cortina- und Pinto Roadster zu seltenen Sammlerstücken.
Im Jahr 1988 wurde die Produktion in England eingestellt.
Gerry Khouri, Oldtimer-Enthusiast und Liebhaber des Madison Roadsters übernahm mit seinen beiden Brüdern die Formen von GP und bauten den Madison als Bufori Madison MK I zunächst in Sidney/Australien, später in Malaysia unter der Marke Bufori als Neufahrzeug mit z.T. drastischen Änderungen bis 1992 weiter.
So wurde u.a. eine Rallye-Version gebaut oder ein Roadster mit einem V6 Boxermotor von Subaru im Heck.
Auf den MK I folgte 1992 der MK II. Das Verdeck war nun fest am Fahrzeug verbaut. Dazu kam noch ein Reserverad auf dem Kotflügel. Diesen stilistisch recht einschneidenden Veränderungen fiel allerdings auch die Silhouette des Klassikers zum Opfer, dem letzten "Madison".
1997 wurde mit dem MKIII "La Joja" eine neue Ära bei Bufori eingeläutet. Der Focus sollte künftig auf Luxus ausgerichtet werden. Die Zeit der offenen Roadster war endgültig Geschichte. Einzig der Kühlergrill erinnert nach wie vor an die glamouröse Zeit der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts.
Es war im Sommer 2003. Der Madison und ich waren zu diesem Zeitpunkt bereits seit vier Jahren gemeinsam unterwegs, als ich von Plänen erfuhr, in Görlitz – an der deutsch-polnischen Grenze – ein Werk für den Bufori „La Joya“ zu errichten. Vorgesehen war dort die Fertigung für den europäischen Markt.
Ich nahm Kontakt zum damaligen europäischen Vertreter auf, und wir verabredeten ein Treffen in Görlitz für den Herbst desselben Jahres. Das eigentlich Bemerkenswerte an diesem Treffen war jedoch, dass sich mir dort die Gelegenheit bot, Gerry Khouri persönlich kennenzulernen – einen der drei Brüder, die die Marke Bufori gegründet hatten und sowohl den Madison Roadster MK I als auch dessen Nachfolger, den MK II, weiterentwickelten und bauten.
Gerry berichtete offen über die Pläne und Visionen, die man mit Bufori verfolgte. Wie ich später erfuhr, trennten sich die Khouri-Brüder jedoch vom europäischen Vertriebspartner, und das Projekt, Luxusautomobile von Bufori „Made in Germany“ zu bauen, wurde schließlich aufgegeben. Über die Gründe hierfür ist mir nichts Näheres bekannt.